Das Teilprojekt wird unter dem Titel Digitale Beratungsformate zusammengefasst und besteht aus drei verschiedenen Projekten, die sich im weitesten Sinne mit Beratung im schulischen Kontext befassen. Dabei werden digitalgestützte Fortbildungsmodule entstehen, welche schulische Kommunikation und Beratung – face-to-face und im digitalen Setting – in den Blick nehmen.
1. Im Projekt „Social Virtual Reality als Kommunikationsmedium für den Berufsalltag von Lehrkräften“ werden Fortbildungen zum Einsatz von virtueller Realität (VR) für Lehrkräfte in Leitungspositionen konzipiert, erprobt und im Austausch mit der Praxis weiterentwickelt. VR ist eine aktuelle Technologie, die Potenziale für den Bildungsbereich hat: So können beispielsweise momentane/zukünftige Handlungsanforderungen virtuell simuliert und trainiert werden (vgl. Gerholz et al. 2022). Der steigende Virtualisierungsgrad und die Integration von VR in die berufliche Bildung wird Änderungen der Kommunikationsstrukturen nach sich ziehen (Zender et al. 2022), weshalb eine systematische Untersuchung dieser Veränderungen zentral ist. Vor diesem Hintergrund erweist sich Social Virtual Reality (Social VR) als vielversprechendes Instrument für Bildungsinnovationen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kommunikationstechnologien ermöglicht Social VR eine synchrone, immersive und verkörperte Interaktion in virtuellen Räumen und bietet damit neue Möglichkeiten für einen sinnvollen fachlichen Dialog und eine gemeinsame Problemlösung. Forschung in diesem Bereich ermöglicht die Identifikation effektiver Kommunikationssituationen in SVR, die Bewältigung von Herausforderungen in der zukünftigen Informationsvermittlung und letztendlich in der Verbesserung der Qualität der Interaktion zwischen verschiedenen Stakeholdern der beruflichen Bildung.
2. Das Projekt Schulseelsorgliche Angebote als Anstoß für positive Schulentwicklung erarbeitete digitale Fortbildungs- und Beratungseinheiten für Multiplikator:innen:
- Mit dem Selbstlernkurs (Digital) Well-Being auch an Ihrer Schule? werden (erweiterte) Schulleitungen und Schulentwicklungsteams angesprochen: Neben der Relevanz von Well-Being im schulischen Alltag (Brohm-Badry 2017) erhalten sie einen theoretischen Impuls zu Faktoren des Well-Beings (Seligman 2015). Anhand von auf die Stärkung des Well-Beings bezogenen Anwendungsbeispielen auf verschiedenen Ebenen des schulischen Alltags (z.B. Schulseelsorgeangebote und Schulentwicklungsprozesse) werden die Teilnehmenden zum Nachdenken über die Steigerung des Well-Beings an der eigenen Schule angeregt.
- Das monatliche, einstündige und digitale Austausch- und Fortbildungsformat lädt Schulseelsorgende ein, die Möglichkeiten des digitalen Raums zur (inter-) nationalen Vernetzung zu nutzen, während sich die Fortbildungseinheiten thematisch um das konkrete analoge Tun vor Ort drehen. Ziel ist es, den Nischenbereich der Schulseelsorge durch Austausch und Vernetzung zu stärken (Lochner 2024) und gleichzeitig auch an digitalen Kompetenzen der Lehrkräfte (Eickelmann 2020), insbesondere Kooperations-, Personal- und Technologiekompetenz, zu arbeiten.
3. Im diesem Projekt wird eine Fortbildungseinheit zur schulischen Beratungskompetenz von Lehrkräften – unter besonderer Berücksichtigung des Führens von Elterngesprächen im digitalen Setting – konzipiert, entwickelt und erprobt. Professionelle schulische Beratung, als eine zentrale Handlungskompetenz von Lehrkräften (KMK 2006) bedarf der Beachtung grundlegender Prinzipien sowie der Entwicklung spezifischer Kompetenzen und Haltungen (Hertel & Schmitz 2010).
Die Fortbildung soll zum einen grundlegendes Beratungswissen (Baumert & Kunter 2006; Sauer & Beer i. E.) vermitteln und zudem Handlungswissen in Hinblick auf das Führen von Elterngesprächen (Drechsel et al. 2020), vor allem im digitalen Setting, bereitstellen.
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